Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain

Dreieich-Museum

Die Burganlage

Die Turmburg

Die salierzeitliche Turmburg ist das älteste sichtbare Bauwerk der Burganlage, errichtet um 1080. Sie war die Stammburg der Herren von Hagen und für etwa 100 Jahre Sitz der Vögte des kaiserlichen Bannforstes Dreieich.

Von der Weiherseite aus sind Teile des Kellergewölbes und die Einteilung der einzelnen Wohngeschosse noch zu erkennen.

Mit einer ursprünglichen Höhe von 25 m (fünf Stockwerke), einer Mauerdicke von fast 3 m und einer Grundfläche von 12,5 x 13,2 m gehört der Wohnturm zu einem der größten seiner Zeit. Eng umschlossen von einer Ringmauer beherrschte er eine nur 30 x 40 m große Insel inmitten des Sumpfgebietes des Hengstbachtals.

Um 1180 wurde die Turmburg mit Vergrößerung der Burganlage zur Reichsburg Hayn in der Dreieich in die neue Burganlage einbezogen und diente fortan als zweiter Bergfried und nicht mehr als Wohnturm.

1750 stürzte die Turmburg bis auf die heute noch stehende, 22 Meter hohe Westwand ein. Sie dient nun als Kulisse der malerischen Freilichtbühne.

Der Bergfried

Der Bergfried (Runder Turm) wurde um 1180 im Zuge der Vergrößerung der Burganlage unter den Herren von Hagen-Münzenberg errichtet.
Mit seiner Höhe von etwa 30 m und einem Durchmesser von 14 m zählt er zu den größten Bergfrieden, die in Deutschland gebaut wurden. Er diente nicht nur als Statussymbol, sondern vor allem zum Schutz der Burg und als Zuflucht für die Bewohner der Stadt sowie als Magazin, Aufbewahrungsort und Verlies.

In den Jahren 1792/93 wurde der Bergfried bis zur heutigen Höhe abgetragen, die Steine wurden an anderen Orten verwendet.

Heute dient das ehemalige Untergeschoss des Runden Turmes als Standesamt, in dessen romantischen Ambiente sich viele Paare das Ja-Wort geben.

Der Palas

 

Etwa zeitgleich mit dem Bau des Bergfriedes errichteten die Herren von Hagen-Münzenberg um 1180 auch den Palas als repräsentatives Wohngebäude. Unter den Herrn von Falkenstein erfolgte knapp 100 Jahre später nochmals eine Erweiterung nach Osten und Süden.
In seiner Bauidee zeigt der Palas Übereinstimmungen mit der Burg Münzenberg in der Wetterau, der zweiten namengebenden Burganlage der Hagen-Münzenberger. Heute sind noch romanische und gotische Bauelemente zu erkennen, die von den verschiedenen Umbauphasen zeugen. Der Eingang liegt neben dem Bergfried an der Westseite des Gebäudes. Links hinter einer Tür befinden sich die Reste eines steinernen Treppenturms, über den man das Obergeschoss erreichte. Von einem schmalen Gang aus gelangt man rechts in die ehemalige Küche mit dem gemauerten Herdsockel und einen angeschlossenen Vorratsraum. Dahinter bildet ein großer Versammlungs- oder Speisesaal das Zentrum des Palas', in dem sich noch der Kamin und Säulenbasen erkennen lassen. 

In den Jahren 1792/93 wurden dem Palas vorgelagerte Zwingermauern für eine Weiterverwendung der Steine abgebrochen. 1802 stürzten erste Teile der Mauern ein.

Unterhalb des Palas' befinden sich großzügige Gewölbekeller, welche Sie für Ihre privaten Veranstaltungen mieten können.

Die Burgkirche

An der Stelle der heutigen Burgkirche konnten bis ins 11. Jahrhundert sakrale Vorgängerbauten nachgewiesen werden.
Die Kirche in ihrer heutigen Form wurde in den Jahren 1710 bis 1718 errichtet, nachdem der letzte Vorgängerbau 1669 abgebrannt war. Wer der Kirche betritt, kann im Giebel über dem Eingang eine Inschrift lesen:
Du, o Heiliger selbst und heiliger Stätten Beschützer, lässt's ohne Grund nicht geschehen, wenn sie das Feuer verzehrt. Euch aber, die schon erfahren der früheren Kirche Zerstörung, breite er schützend die Hand über der  neuen nun aus."
Ob die Inschrift eine Anspielung auf die Zerstörung der alten Kirche ist (der Gemeindebäcker Weißbender brachte am Sonntag nach Weihnachten 1669 ein Stövchen mit in den Gottesdienst, um sich die Füße zu wärmen. Ein Stück glühende Kohle fiel heraus und setzte das alte Gebäude in Brand), oder auf die leidigen Religionsstreitigkeiten zwischen dem reformierten Isenburger Herrschaftshaus und der lutherischen Bevölkerung, die den Neubau hinauszögerten, ist ungewiss. Auf jeden Fall wurde die schlichte Barockkirche seitdem von neuerlichen Bränden und anderen Zerstörungen verschont ...

Die wertvolle Barockorgel aus dem Jahr 1791 stammt von der bekannten Orgelbauerfamilie Stumm. Von der ursprünglichen Originalausstattung blieb die Kanzel des Hainer Schreiners Aron Seitz erhalten.

Weitere Informationen über die Evangelische Burgkirchengemeinde Dreieichenhain finden Sie hier.

Der Burggarten

Der Burggarten ist die historische Keimzelle der Burg Hayn und somit auch Dreieichenhains.

Bereits zu Zeiten der Gründung der Turmburg  stand hier ein zweigeschossiges Jagdhaus, gefolgt von mittelalterlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der jeweiligen Burgherren. Ergraben wurden auch der Stadthof des ehemaligen Klosters Patershausen, eine kleine Lateinschule, ein Frühmesserhaus, ein Backhaus und Töpferöfen, alle aus verschiedenen Epochen.

Fronhof

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstand im Zuge der Gründung der Burgmannenstadt vor den Mauern der Burg der dazugehörende Fronhof. Er bestand aus insgesamt sechs Gebäuden: einem Herrenhaus mit Junkerhaus, einer Fronscheuer, einem Viehhaus, Pferdeställen, einem Hundehaus, sowie einem Pfarrhaus.
Im Hundestall wurde auf Geheiß des Kaisers ein besonderer Jagdhund gezüchtet und gehalten, die Bracke. Im Dreieicher Wildbann Kaiser Ludwigs des Bayern heißt es u.a.:„Wenn ein Kaiser im Wildbann Dreieich will jagen, so soll er reiten in des Forstmeisters Haus im Hayn, da soll er finden einen weißen Bracken mit gestreiften Ohren, auf einem seidenen Kissen, an einer seidenen Schnur, und mit ihm soll er dem Wilde nachspüren."
Das einzige heute noch erhaltene Gebäude ist das einstige Junkerhaus und beherbergt nun das Restaurant Faselstall (über 100 Jahre lang diente der Bau als Faselstall, ein Gebäude, in dem die gemeindeeigene Haltung männlicher Zuchttiere betrieben wurde, daher der heutige Name).

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung